Der Gummiball und die Resilienz

Foto: Stefan Odendahl
Foto: Stefan Odendahl

Ein Gummiball ist genial! Warum? Ich kann ihn mit Wucht auf den Boden werfen und er springt mit nahezu der gleichen Geschwindigkeit zu mir zurück. Die Energie meines Wurfs wird nicht etwa in eine Explosion umgewandelt oder in eine dauerhafte Deformation, nein, sie bleibt in der Bewegung bestehen. In der Physik nennt man das den elastischen Stoss.

Und genau diese Fähigkeit zum elastischen Stoss haben resiliente Menschen.

Resilient ist, wer mit Schicksalsschlägen umgehen kann ohne aus der Bahn geworfen zu werden. Resiliente Menschen haben die Fähigkeit sich von schwierigen Lebenssituationen schnell zu erholen und durch Rückgriff auf ihre persönlichen Ressourcen ihre Lebensfreude wieder zu gewinnen. Das Wort Resilienz kommt vom lateinischen Verb "resilire" - übersetzt heisst das zurückspringen. Gleichbedeutend ist der Begriff psychische Widerstandsfähigkeit.

In der Forschung haben sich die Spezialisten zunächst darauf konzentriert wie sich Kinder aus armen Verhältnissen in Bezug auf Ihre Resilienz im Erwachsenenalter entwickeln. Dabei hat man festgestellt, dass Kinder, die schon früh Verantwortung übernehmen mussten, später resilienter sind als Kinder, die in behüteten Verhältnissen aufwuchsen. Ausserdem fand man heraus, dass sich die Resilienz im Laufe der Zeit verändert und zog daraus den Schluss, dass Resilienz erlernbar ist. - Es entstanden die sieben Säulen der Resilienz.

Diese sieben Säulen der Resilienz kann jeder von uns trainieren, um seine psychische Widerstandsfähigkeit zu stärken.

 

  • Die erste Säule ist der Optimismus. Optimist ist nicht der, der die rosarote Brille trägt. Optimist ist der, der stets das Licht am Ende des Tunnel sieht und der sich an den kleinen positiven Ereignissen erfreuen kann.
  • Die zweite Säule heisst Akzeptanz. Die Krise muss akzeptiert werde, um einen Weg daraus zu finden. Wenn man sich verläuft muss man sich auch zuerst eingestehen, dass man sich verlaufen hat, bevor man nach dem Weg fragt.
  • Säule Nummer drei ist die Lösungsorientierung. Lösungsorientierung ist das Gegenteil von nach der Ursache des Problems suchen. Die richtige Frage zur Lösungsfindung lautet: "Wie geht es jetzt weiter?". Um Lösungen zu finden müssen wir uns von Zwängen befreien und neue Ideen zulassen.
  • Die vierte Säule steht für Selbstwirksamkeit. Selbstwirksamkeit ist das Wissen darum, dass unser Handeln Einfluss auf den Verlauf unseres Lebens hat. Wir selbst erwirken unseren Erfolg. Zufall, Schicksal und Andere haben damit nichts zu tun.
  • Die fünfte Säule heisst Selbstverantwortung. Selbstverantwortlich handeln wir dann, wenn wir uns des Effekts unseres Tuns, aber auch unseres Unterlassens, vorab bewusst sind, und dazu stehen können. Wir übernehmen selbst die Verantwortung für unser Handeln.
  • Die sechste Säule ist das Netzwerk. Wir alle haben ein Netzwerk, aber aktiv netzwerken heisst mich mit Leuten zu umgeben, die ähnliche Situationen erleben  wie ich oder durchlebt haben. Solche Netzwerke sind gewinnbringend und fördernd. Aktiv netzwerken heisst aber auch Bindungen zu kappen, die mir nicht guttun.
  • Die siebte Säule steht für Zukunftsplanung. Zukunft zu planen heisst sich zu entscheiden wie die Zukunft aussehen soll. Wir gehen die Zukunft an indem wir die erarbeiteten Lösungen in die Tat umzusetzen und unsere Zukunft entstehen zu lassen.

 

Das sind die sieben Säulen der Resilienz. Jede von ihnen muss stark sein um gemeinsam tragfähig zu sein. Vielleicht haben auch Sie einen Ansatzpunkt gefunden um Ihre Fähigkeit zum Elastischen Stoss zu trainieren.

Gerne helfe ich dabei!