Fordern oder Schützen?

Bild: pixaby.com
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Zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn hatte ich mal einen furchtbar netten Chef.

Er war immer sehr freundlich und zuvorkommend und nahm Rücksicht auf seine Mitarbeiter, andererseits wirkte er oft etwas abwesend und bedrückt. Heute weiss ich, was damals in ihm vorgegangen ist!

Dieser Chef teilte uns immer eine einzelne Aufgabe zu und wartete, bis wir diese erledigt hatten. Danach bekamen wir eine neue einzelne Aufgabe zugeteilt. Oft wurde uns Mitarbeitern im Nachhinein klar, dass diese einzelnen Aufgaben in Zusammenhang standen und wir die erste Aufgabe vielleicht anders gelöst hätten, wenn wir gewusst hätten, was danach kommt. Nicht selten mussten wir die Lösung der ersten Aufgabe wieder überarbeiten, damit am Ende alles zusammen passte.

Unser Chef wollte uns einfach nicht überfordern indem er uns alle Aufgaben auf einmal darlegt. Deswegen musste er die ganze Zeit, die Aufgaben mit sich herumtragen und im Zweifel selber lösen, wenn wir nicht mehr dazu kamen. Auch musste er die Konsequenzen ganz alleine tragen, da wir über die Wünsche der Geschäftsleitung nicht informiert waren und ihn, auch wenn wir gewollt hätten, nicht unterstützen konnten.

Nun, offensichtlich war es nicht der richtige Weg uns Mitarbeiter zu schützen aber wie viel darf ich meinen Mitarbeitern zumuten?

 

Grundsätzlich gilt: Die Mitarbeiter zu einem frühen Zeitpunkt vollumfänglich über alle Projekte und Aufgaben zu informieren und die Zusammenhänge darzulegen. Die Sorge, Mitarbeiter könnte von der Flut der Informationen überfordert sein, ist unbegründet. Warum sollten sie sich weniger merken können als der Chef? Die Mitarbeiter können dann ihre kreative Energie einbringen und im Team, oder jeder in seinem Kompetenzbereich, Lösungen entwickeln und den Chef entlasten. Der Kopf des Chef ist dann wieder frei für neue Abenteuer!